Григорьев, А. А. Материалы к физической географии северовосточной части Кольского полуострова / А. А. Григорьев. - Ленинград : Издательство Академии наук СССР, 1932. - 215, XX с., [4] вкл. л. ил. : ил., табл., карты ; 26 см. - (Труды Совета по изучению производительных сил. Серия кольская / Академия наук СССР ; вып. 4).

ZUR GEOGRAPHIE DES NORD-WESTLICHEN TEILES DER HALBINSEL KOLA IX sehr gross, so musste sie hier viel geringer gewesen sein. Wenn in den intergla- zialen Epochen dort isostatische Hebung stattfand, so musste hier Senkung vor- herrschen u. s. w. In der Tat hat bereits Ramsay festgestellt, dass die Uferlinien der Vorzeit im westlichen Teil der Halbinsel ihre maximale Hohe (viele zehn Meter) erreichen, indem sie gegen Osten dermassen niedriger werden, dass bei Jokanga die nachglaziale Uferlinie (nach Ramsay) auf einer absoluten Hohe von 6 m Iiegt. Daraus geht klar hervor, dass, indem die westliche Halfte der Halbinsel eine intensive Hebung erfahrt, die ostliche an einer derartigen Hebung fast gar nicht beteiligt ist. Ja sogar mehr — es geniigt ausfiirlichere Kenntnis der Miindung des Flusses Jokanga und des Charakters der Jokanga Bucht zu nehmen, um zum Schlusse zu kommen, dass wir ein typisches Aestuar vor uns haben und dass folglich die Kiiste hier erst vor kurzem eine Senkung erfahren hat oder gegenwartig im Sinken begriffen ist. Die ausserst breite (nicht unter 2 km) felsige Abrasionstafel, welche wahrend Ebbe im siidlichen Teil der Bucht Swjatonosskaja entblosst wird, stellt eine weitere Bestatigung der hier ausgesprochenen Vermutung dar. Aus diesem allem lasst sich die Schlussfolgerung ziehen, dass der von uns besuchte ostliche Teil der Halbinsel Kola dem Vergletscherungszentrum gegen- iiber sich als eine Peripherieregion verhalt. Oder anders gesagt: zu Beginn der Vergletscherungsepoche, als das Zentrum unter dem Gewicht des Eises zu sinken angefangen hatte, begann der ostliche Teil der Halbinsel Kola sich zu heben. Bei Heranriicken des Eises an diesen Teil der Halbinsel und seiner direkten Bedeckung mit Eis begann wohl auch die Landstrecke zu sinken um spater gegen Ende der Vergletscherungsepoche, als die Eisdecke sich gegen Westen zuriickgezogen hatte, eine neue Hebung zu erfahren und, ferner, um in der Interglazialzeit im Anschluss an die Hebung des Vergletscherrungs- zentrums wiederum zu sinken. Diese Erscheinungen miissen mit der Hebung des Meeresspiegels in den Interglazial und Senkung in den Glazialepochen verkniipft gewesen sein. Im Ganzen erlitt die Erosionsbasis im ostlichen Teil der Halbinsel infolge der Einwirkung beider Faktoren anscheinlich folgende Veranderungen. Zu Beginn der Vergletscherungsepoche und der mit ihr fiir unser Gebiet verbundenen isostatischen Hebung, sank hier die Erosionsbasis, was wohl hauptsachlich durch Isostasis geschah, da das Sinken des Meeresspiegels noch keineswegs von Bedeutung sein konnte. Letzterer Umstand ist dadurch zu erkla- ren, dass ein intensives Sinken des Meeresspiegels erst nachdem die Ver- gletscherung in die Phase eines raschen Aufschwungs eingetreten war, sich ereignen konnte, als das Eis in den Vergletscherungszentren bereits bedeutende Entwicklung erhalten hatte. Zwar fand in den Epochen, wahrend denen der ostliche Teil der Halbinsel mit Eis bedeckt war, isostatisches Sinken des Festlandes statt, aber das Sinken des Meeresspiegels musste wohl das Sinken der Lithosphare iiberho- len und dieses bewirkte von Neuem ein Sinken der Erosionsbasis. In der Tat erreichte der Meeresspiegel um diese Zeit seinen niedrigsten Stand. Was nun das Festland anbetrifft, so konnte es in unserem Gebiete keine beson- ders intensive Senkung erleiden, da es von zwei entgegengesetzt wirkenden Faktoren beeinflusst war. Einerseits rief das heranriickende Eis isostatische Senkung hervor, und andererseits bewirkte das noch fortdauernde Sinken des Vergletscherungszentrums eine Umlagerung der unterirdischen Massen vom Zentrum aus der Peripherie zu, was auf die Erdkruste unseres Gebietes eine ent- gegengesetzte Wirkung ausiibte. Dieses lasst uns als wahrscheinlich annehmen, dass im Hohepunkt der Entwicklung der Glazialepochen die Beziehungen zwi­ schen der Hebung des Landes und dem Sinken des Meeresspiegels eine neue Sen- А. А. Григорьев 1 5

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